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"Vorsorgeabend“ im Lufthansazentrum

Beim ersten „Vorsorgeabend“ im Lufthansazentrum in Seeheim-Jugenheim stand in dieser Woche das Thema „altersgerechtes Wohnen in den eigenen vier Wänden“ im Mittelpunkt: In drei Vorträgen wurden Möglichkeiten der baulichen Wohnungsgestaltung, Pflege- und Versicherungskosten oder Arbeitsverhältnisse mit Hilfskräften behandelt. Die Zielgruppe des Vortragsabends waren Menschen ab 60 und deren Angehörige.
Das Team von „Vorsorgeabend“ besteht aus vier Seeheim-Jugenheimern, die eine Informationsplattform für Senioren im Internet entwickelt haben. Gründer Lars Ternien (40) erzählt: „Wir haben gespürt, dass das Informationsbedürfnis bei den Senioren hoch ist, aber dass es an Anlaufstellen mangelt.“ Denn bei „Vorsorgeabend“ soll es nicht um Freizeitgestaltung gehen, sondern um die Themenbereiche Finanzen und Vorsorge, Gesundheit und Mobilität und Recht und Steuern. „Wir wollen aktuelle Artikel, Tipps und fachlichen Rat anbieten.“
Dazu melden sich auf der Internetseite Spezialisten an, also Rechtsanwälte, Architekten oder Heilpraktiker, die dann auch Vorträge halten können. „Es soll vier Vorsorgeabende pro Jahr geben“, sagt Ternien. Am Dienstagabend bekamen die knapp 20 Zuhörer im ersten Vortrag von Versicherungsmakler Steffen Hahn aus Eberstadt einen Überblick über das Thema Pflegeversicherung. So müsse der Pflegeversicherte im Regelfall selbst einen Teil der Kosten tragen. Um diesen abzudecken empfahl Hahn, zusätzliches Geld, zum Beispiel durch Pflegerente, Pflegetagegeld oder Pflegekostenversicherung, für einen solchen Fall zu sichern.
Innenarchitektin Stefanie Iwanowitsch aus Seeheim-Jugenheim zeigte eine Reihe von baulichen Maßnahmen, die das Wohnen im Alter erleichtern können. „Möglich ist alles, man muss nur anfangen“, sagte sie. Wenig aufwendig, aber sehr hilfreich, könne etwa das Glätten von Bodenkanten oder ein Haltegriff in der Dusche sein. Wichtig sei in erster Linie, die eigenen Gewohnheiten anzuerkennen und sich danach zu richten.

Rechtsanwalt Günther Dingeldein aus Bickenbach zeigte anhand eines Beispiels, dass bei der legalen Beschäftigung einer Hilfskraft mit monatlichen Kosten von etwa 2000 Euro zu rechnen sei. „Die Arbeitszeit ist dann auf genau 38,5 Stunden die Woche begrenzt“, erklärte er weiter. „Außerdem darf die Hilfskraft keine Tätigkeiten ausüben, für die medizinische Kenntnisse nötig sind. Sie haben also eine Haushaltshilfe.“ Er empfehle die professionelle Pflege im Alten- oder Pflegeheim.